Sonntag, 4. Dezember 2011

Einladung nach Speyer


Liebe Russlandfahrer_innen,
unser Weihnachtsmarkt findet am Samstag und Sontag (10. und 11.12) jeweils von 12 bis 18 Uhr im Rathaus statt. Würde mich sehr freuen, wenn wenigstens einige Leute von den Kurskfahrern vorbeikämen.
Herzliche Grüße und hoffentlich auf ein Wiedersehen in Speyer.
Paul Neumann

Vorweihnachtszeit in Russland

Großaufnahme: Weihnachtsbaum mit Kerze und Deko

Vor Weihnachten wird in Russland nicht geschleckert. Doch Nüsse, Trockenfrüchte und Honig darf man sich in Maßen gönnen. In der Russisch-Orthodoxen Kirche ist vor allem der Verzehr von Fleisch, Käse, Butter, Milch und Eiern in der Weihnachtszeit nicht erlaubt. Außerdem darf man montags, mittwochs und freitags erst nach der Abendmesse essen und sollte dabei auf Fisch, Pflanzenöl und Wein verzichten. Samstags und sonntags darf man Fisch essen und sogar ein bisschen Wein sowie andere alkoholische Getränke trinken. Vom 2. bis zum 6. Januar soll der Fisch komplett weggelassen werden.

Während des Weihnachtsfastens isst man in Russland vor allem wärmende Suppen, verschiedene Breie mit Pilzen oder Trockenfrüchten oder in Pflanzenöl gegartes Gemüse.

Samstag, 12. November 2011

Das Kochbuch des Sozialismus - W. Kaminer

Kaminer sagt, man solle nicht fernsehen, stattdessen aus dem Fenster schauen, spazieren gehen oder ein Buch lesen. Hier eine kleine Kostprobe:

Küche totalitär
Das Kochbuch des Sozialismus von Wladimir und Olga Kaminer.
Es gibt in Deutschland wenig Lokale, die russische Küche anbieten. Sie locken die Kundschaft mit solchen ausgefallen Gerichten wie "Hering mit Apfel" und "Russischspätzle" an und viel Touristen fallen darauf rein. Aber mir können sie nichts vormachen. Ich kenne die russische Küche sehr gut, ich bin damit groß geworden und habe sie zwanzig Jahre lang ausgelöffelt - im Kindergarten, in der Schulkantine und Zuhause.


Russische Kultur in Deutschland

Kennt ihr Wladimir Kaminer?
1967 ist er in Moskau geboren und lebt seit 1990 in Berlin - Pernzlauerberg. Privat ist er Russe beruftlich deutscher Schriftsteller, der die meiste Zeit unterwegs ist mit Lesungen und Vorträgen zu folgenden Themen:

  • "Salve Papa". Deutsche Schulen als Sozialeinrichtung
  • Mein Leben im Schrebergarten
  • Legenden des vorherigen Jahrhunderts
Alle vier bis sechs Wochen gibt es in Berlin - Mitte im Cafe Burger Lesungen mit anschließender Russendisko mit Kaminer. Wer nicht in Berlin lebt, hat die Möglichkeit an bundesweiten Veranstaltungen teilzunehmen, die nächste ist am 16.11. in Darmstadt.

Wladimir Kaminer
Mehr hier: http://www.russendisko.de/

Dienstag, 8. November 2011

Neue Musik: Barabra Buchholz

Meine Theremin - Lehrerin Barbara Buchholz, die die Großnichte Lydia Kavina des russ. Erfinders Leon Termin kennengelernt hatte, erlernte von ihr in Moskau das Theremin-Spiel. Heute zählt Buchholz zu den weltweit renommierten Thereminspielerinnen. Hört mal rein!

Leon Theremin playing his own instrument

Kannt ihr schon das Theremin?
Nein? Aber sicherlich kennt ihr das Geräusch  aus Sience - Fiction - Filmen, oder?
Anfang der 20er Jahre wurde vom russischen Physiker Lew Thermen ein Musikinstrument erfunden, das die Zuhörerschaft in Erstaunen versetzte: Ein Kasten mit zwei Antennen – das Theremin.Damals das erste elektronische Musikinstrument überhaupt, ist es bis heute aufgrund seiner berührungslosen Spielweise einzigartig geblieben. Ein schwaches elektrisches Feld umgibt die Antennen, und wer hineingreift, macht auch schon Musik: Die Töne steigen auf und ab, je nach Abstand der Hand zum Metall. Der Klang erinnert an Geige, singende Säge, menschliche Stimme, eine Mischung aus elektronischer und menschlicher Ausdrucksform - “zum Sterben schön”. Musik aus dem Äther ..

Montag, 7. November 2011

MEIN VATER BARYSHNIKOV in Cottbus

Am Wochenende waren einige von uns bei unserem Partnerverband DBJG in Cottbus zum Filmfestival zu besuch. Wir haben uns einen russischen Film angeschaut, den ich ganz gut fand. Mehr hier: Moskau 1986. Der Teenager Boris hat ein ziemlich uncooles Hobby – zumindest in den Augen seiner Altersgenossen: Ballett. Er liebt auch Diskomusik und träumt davon, mit dem schönsten Mädchen der Klasse zu tanzen. Eines Tages enthüllt er ein Geheimnis: Der berühmte Ballett-Tänzer Mikhail Baryshnikov ist sein Vater. Doch wie viel Wahrheit und wie viel Wunschdenken verbirgt sich dahinter?
MEIN VATER BARYSHNIKOV (MOY PAPA BARYSHNIKOV) Regie: Dmitry Povolotsky Besetzung: Russland 2011 88 min © Tine Klint http://www.filmfestivalcottbus.de/de/programm/programmuebersicht/pgm_id=1102&film_id=897&seite=7

Brahms´ungarischer Tanz No. 5

Hier ein kleines Experiment für Klassikliebhaber: klickt mal auf den Youtube- Link unten und SCHLIEßT DIE AUGEN!! Zuhören- und: ja, da wippt der Fuß, man wird ganz kribbelig... klasse Tanzmusik eben, voller Gefüüüüühl!
Und dann: schaut euch die Mimik der beiden Musiker nochmal an: insbesondere im Hinblick auf das eben beschriebene Gefüüüüüühl ;-) Na? Schon lustig, oder: soviel Gefüüühl zeige ich sonst höchsten beim Abarbeiten von Aktenbergen...
http://www.youtube.com/watch?v=X37JMJQtp7o

Sonntag, 2. Oktober 2011

Erlebnisse aus Kursk

Mittwoch, 14. September:
Endlich gib es wieder etwas zu erzählen!!!
Der Unialltag verlief zwar wieder wie gewohnt, das Nachmittagsprogramm aber hielt noch einige Überraschungen für uns bereit. Gegen 17 Uhr nämlich, wurden wir von unserem Exkursionsbus abgeholt, der uns zu einem weiteren Reiseziel brachte. Diesmal handelte es sich nicht um eine Sehenswürdigkeit oder eine historische Stätte, sondern um das Eisstadion der hiesigen Eishockeymannschaft. Wir gingen Schlittschuh laufen!
Während diese Freizeitaktivität in Deutschland meiner Erinnerung zufolge eher einer jugentlichen Altersklasse vorbehalten ist, trifft man hier Sportbegeisterte jeder Altersschicht, vom Grundschulalter über die goldene Jugend bis ins Erwachsenendasein, an. Der eben verwendete Begriff "Freizeitaktivität" gibt aber nicht exakt wieder, weswegen sich die Mehrheit der Leute hier einfindet; "Training" würde hier eher passen. Nach kurzem Nachdenken fiel mir auch direkt auf, wofür hier trainiert wird: Sotschi 2014! Die kleinen Mädchen und Jungen, die sich hier so voller Grazie und Geschmeidigkeit über das Eis bewegten, wobei mir nur wenige davon bis zum Bauchnabel reichten, sind zweifelsohne die Talente der kommenden Winterolympiade.
Obwohl wir uns nach anfänglich turbulenten Bewegungsabläufen und einem ziemlich ungewönlichen Sinn für Gleichgewicht ziemlich gut anstellten, konnten wir natürlich nicht mit den Kindern mithalten, die so unbeschwert auf einer Kuve fahrend, das andere Bein hinter dem Rücken über den Kopf gezogen, ihre Runden drehten, während andere, stets unter dem Drill ihrer Trainer und Mütter, diverse schwindelerregende, aber sehr beeindruckende Kunststücke des Eiskunstlaufes einstudierten.
Es wurde aber nicht ausschließlich für Eistanz und Eiskunstlauf trainiert, denn die Russen sind neben den Kanadiern auch als große Eishockeynation bekannt. Das beweiste uns ein Teenager, der entweder seinen Geschwindigkeitsrekord von einer Seite des Feldes zur anderen zu brechen versuchte, oder seinem Fahr- bzw. Sturzverhalten nach, suizidgefährdet sein muss.
Alles in allem hatten wir hier neben einer Menge Spaß auch wieder einiges an Erfahrungen und Eindrücken gewonnen, die sich von den deutschen Gewohnheiten in fast jeder Hinsicht, wenn auch nur leicht, unterscheiden. Dieser Ausflug verdient eine "glatte 1"!

Neues vom Martin

Hallo, verehrte Leserschaft!

Die Hälfte meines Aufenthalts ist bereits vorüber und die Zeit verging sehr viel schneller als erwartet (aber das ist ja meistens so).
Also dachte ich mir, könnte ich als kleine Einleitung einen Zwischenstand abliefern, um zu sehen und zu zeigen, wie wohl ich mich hier fühle bzw. was mir Unwohlsein bereitet:
Hier in Kursk komme ich erneut in den Genuss eines gut strukturierten und intensiven Sprachkurses, der von ausgezeichneten Dozenten durchgeführt wird. Außerdem bietet sich mir hier die Möglichkeit meine Kommilitoninnen besser kennenzulernen, oder genauer gesagt: überhaupt erst kennenzulernen! Natürlich haben wir schon zwei Semester mit einander studiert und uns regelmäßig gesehen, da ich aber immer nur zum Unterricht auf dem Unigelände in Germersheim war und mich auch nicht auf legeren, ausartenden und frivolen Feten sehen ließ, bestand mein soziales Umfeld in der Uni lediglich aus mir selbst. Das hat mich bisher auch in keinster Weise gestört , vielleicht aber auch nur deswegen, weil ich nicht wusste, wieviel ich mit meinen Kommilitoninnen an Ansichten, Wissen und Fähigkeiten gemein habe und wie gut ich mich mit ihnen verstehe.
Auf der anderen Seite blickt mein geistiges Auge mehrmals täglich auf die Heimat zurück und auf das, was es bei der Abreise nach Kursk zurückzulassen galt. An erster Stelle sind hier natürlich Familien und Freunde zu nennen. Menschen, die das Leben lebenswert machen und auf die man sich zu jeder Tages- und Nachtzeit verlassen kann. Ferner stehen in Speyer all meine Musikinstrumente, die mir Ausgleich im Alltag bieten und eine Möglichkeit darstellen, Kreativität, Launen und Gefühlen eine Stimme zu geben. In der Rangliste auf dem dritten Platz steht der Lebensstandard, der sich von dem hiesigen in zahlreichen Detaills unterscheidet.
Um mein sentimentales Gequatsche auf den Punkt zu bringen: mir gefällt es hier in Russland sehr; das war auch noch nie anders. Aber ich werde hier immer nur Gast sein können...

Hallo, verehrte Leserschaft!

Die Hälfte meines Aufenthalts ist bereits vorüber und die Zeit verging sehr viel schneller als erwartet (aber das ist ja meistens so).
Also dachte ich mir, könnte ich als kleine Einleitung einen Zwischenstand abliefern, um zu sehen und zu zeigen, wie wohl ich mich hier fühle bzw. was mir Unwohlsein bereitet:
Hier in Kursk komme ich erneut in den Genuss eines gut strukturierten und intensiven Sprachkurses, der von ausgezeichneten Dozenten durchgeführt wird. Außerdem bietet sich mir hier die Möglichkeit meine Kommilitoninnen besser kennenzulernen, oder genauer gesagt: überhaupt erst kennenzulernen! Natürlich haben wir schon zwei Semester mit einander studiert und uns regelmäßig gesehen, da ich aber immer nur zum Unterricht auf dem Unigelände in Germersheim war und mich auch nicht auf legeren, ausartenden und frivolen Feten sehen ließ, bestand mein soziales Umfeld in der Uni lediglich aus mir selbst. Das hat mich bisher auch in keinster Weise gestört , vielleicht aber auch nur deswegen, weil ich nicht wusste, wieviel ich mit meinen Kommilitoninnen an Ansichten, Wissen und Fähigkeiten gemein habe und wie gut ich mich mit ihnen verstehe.